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Klimawandel

klimawandel Globale Änderungen

Bereits heute sind weltweit vielfältige Klimaänderungen zu beobachten. So ist die mittlere Temperatur in Europa seit 1900 um 0,95°C gestiegen, stärker als der globale Durchschnitt von 0,7°C (+/- 0,2°C). Die Niederschlagsmenge nahm in den letzten 100 Jahren in Nordeuropa in verschiedenen Regionen um 10- 40% zu, in Südeuropa bis zu 20% ab. Im selben Zeitraum verringerte sich die Zahl kalter Tage, während die der Hitzetage anstieg. darüber hinaus beobachtete man die zehn weltweit wärmsten Jahre seit 1861 allesamt nach 1990. Dazu gehören alle Jahre von 1997 bis 2003. Der Meeresspiegel erhöhte sich im globalen Durchschnitt im vergagenen Jahrhundert um 10 - 20cm, sein Anstieg beschleunigte sich zudem in den letzten Jahren. Die von Schnee bedeckte Fläche der Nordhalbkugel verringerte sich um ca. 14 Tage. Über den subtropischen Breiten nahm der Niederschlag ab. Während der letzten Jahre zeigten neue und belastbare Befunde, dass der größte teil der in den letzten 50 Jahren beobachteten Erwärmung menschlichen Aktivitäten zuzuordnen ist.

Klimaänderungen in Deutschland

Die Jahre zwischen 1900 und 1999 waren auch in Deutschland das wärmste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Neun dieser Jahre und auch alle bisherigen Jahre des 21. Jahrhunderts lagen über dem langjährigen Durchschnitt (8,3° C). Die mittlere Temperatur stieg in den letzten 100 Jahren um 0,8° C ( im Durchschnitt also 0,08° C pro Dekade), wobei in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Beschleunigung des Anstiegs auf 0,17° C Temperaturerhöhung pro Dekade eingetreten ist. Der Erwärmungstrend zeigt jahreszeitliche Unterschiede, in den letzten Jahrzehnten war die Erwärmung im Winter am stärksten. Auch der mittlere Niederschlag nahm in den vergangenen 100 Jahren in Deutschland zu, wobei regional und saisonal deutliche Unterschiede auftraten. In der Tendenz gab es im Westen Deutschlands mehr Niederschläge, während sie im Osten abnahmen. Auch nahm der Niederschlag ebenso wie die Temperatur im Winter stärker zu als im Sommer. Klimaänderungen zeigen sich nicht nur in Veränderungen der Mittelwerte der Klimaparameter, sondern auch in der steigenden Zahl der Extremereignisse zu. Obwohl sich nicht jedes einzelne Ereignis eindeutig der vom Menschen verursachten Klimaänderung zuordnen lässt, ist jedoch absehbar, dass mit einer weiteren Zunahme und Verstärkung der Extremereignisse bei sich veränderndem Klima zu rechnen ist. Britische Forscher stellten fest, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die wahrscheinlichkeit des Eintreffens solcher Ereignisse wie des Hitzesommers 2003 verdoppelt hat.

Einzelne Extremereignisse in Deutschland zeigen beispielhaft, welche Schadenspotentiale solche Ereignisse mit sich bringen.

Zukünftige Klimaänderungen und ihre Wirkungen

Bei ungebremstem Ausstoß der Treibhausgase ist mit einer weiteren Erwärmung um 1,4 bis 5,8° C bis zum Jahr 2100 zu rechnen, verbunden mit ernsten Folgen für Menschen und die übrige Natur, z.B. mit einem Anstieg des Meeresspiegels um weiter 9 bis 88cm. Selbst am unteren Ende dieser Spanne ist noch das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes und damit ein Anstieg des Meeresspiegels um langfristig bis zu 7 Meter zu befürchten. Hielten die heutigen Emissionstrends an, so würde bis 2100 die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre von heute 370 ppmv auf Werte zwischen 540 und 970 ppmv steigen. Vor Beginn der Industrialisierung waren es etwa 280 ppmv. Dadurch würde die globale mittlere Temperatur um weitere 1,4 bis 5,8° C steigen.
Wegen der Trägheit des Klimasystems wird sich selbst nach erfolgreicher Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrtion der Temperaturanstieg noch Jahrhunderte, der Anstieg des Meeresspiegels noch Jahrtausende fortsetzen. Deshalb ist zukünftig mit weiteren, erheblichen Wirkungen des Klimawandels zu rechnen, denn grundsätzlich steigen die erwarteten Risiken mit wachsender Temperatur.

Zukünftige Klimaänderungen und Wirkungen in Deutschland

Auch das Klima in Deutschland wird sich - ohne wirksamen Klimaschutz - weiter ändern. Modellrechnungen zufolge könnte eine deutliche Erwärmung von etwa 0,8 - 1,8° C bis 2050 eintreten. Diese wird im Südwesten stärker als im Nordosten und im Winter stärker als im Sommer sein.
Der Niederschlag wird vermutlich im Winter eher zu-, im Sommer dagegen eher abnehmen. Dies kann zu insgesamt wärmeren, feuchteren Wintern und heißeren,trockeneren Sommern führen. Mit Blick auf die Extremereignisse ist eine Zunahme der Häufigkeit von Hitzewellen und eine Abnahme der Zahl der Frosttage sehr wahrscheinlich. Auch die Zunahme der Zahl und Intensität der Starkniederschläge vor allem im Winter gilt als wahrscheinlich. Zudem sind häufigere Stürme möglich. Diese Klimaänderungen werden Wirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Land- und Forstwirtschaft, die Wasserwirtschaft, den Küsten- und Hochwasserschutz, die Kraftwerks- und Gebäudetechnik, den Städtebau, die Tourismusindustrie, die Versicherungs- und Finanzwirtschaft, den Naturschutz und die Energieerzeugung haben.

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